Ein Nachhaltigkeitsparcours für Ingolstadt – BNE und offene Unterrichtsformen als Schwerpunkt im Hauptseminar Geographiedidaktik

Beispiel A_03

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist in vielen Didaktikveranstaltungen gut zu integrieren und dies sogar mit transdisziplinären Ansätzen. Ein Seminarergebnis, das noch jahrelang für die Öffentlichkeit sichtbar ist, motiviert Studierende und Dozierende.

Ausrichtung

Disziplinär: Geographiedidaktik; mit transdisziplinären Ansätzen: Kooperation mit dem Institut für Angewandte Nachhaltigkeit (inas, Ingolstadt) sowie der Technischen Hochschule Ingolstadt.

Zielgruppe, Studiengangsbezug, Schulformen-/Stufenbezug

Studierende der Grundschule, Lehramtsstudiengang, 7. Semester

Auch für Lehramtsstudierende anderer Schularten übertragbar

Lehrformat

Ausbildung (A): Seminar (2 SWS)

Dauer der Durchführung

5 ECTS= 150 Stunden Arbeitsaufwand

Ziel und zusammenfassende Beschreibung

Ziel dieses Seminars ist laut Modulbeschreibung, die Studierenden dazu zu befähigen, offene Lernumgebungen zu gestalten und dabei BNE zu integrieren. Es gibt dabei bisher zwei Wege: 1) Die Studierenden wählen eine offene Unterrichtsform (z. B. Projekt, Exkursion) aus, die sie vertiefen möchten. 2) Es gibt ein Angebot von außen (Kommune, Einrichtung etc.), etwas Bestimmtes zu konzipieren. Hier wird ein Beispiel zu 2) vorgestellt. Die Professur erhielt vom Institut für Angewandte Nachhaltigkeit (inas) das Angebot, eine didaktisch-methodische Konzeption eines Nachhaltigkeitsparcours für die Landesgartenschau in Ingolstadt zu entwickeln. Diese wurde im Rahmen des Seminars entwickelt und im Nachgang durch das inas noch leicht verändert. Fachlich/didaktisch erfolgte eine mehrfache gegenseitige Überprüfung. Einige vorgeschlagene interaktive Elemente wurden aus Kostengründen oder wegen Gefahr des Vandalismus nicht umgesetzt. Der Parcours wurde 2021 auf dem Gelände der Landesgartenschau realisiert und bleibt erhalten. Es gibt einen Internetauftritt sowie Handreichungen für Lehrkräfte, die aber nicht mehr von dem Seminar verfasst wurden.

Warum ist das BNE? Bezug zu den theoretischen Grundlagen der
Webseite

  • NE- und BNE-Verständnis:

Wurde im Rahmen der zweiten Seminar-Sitzung geklärt. NE-Verständnis: vgl. Nachhaltigkeitsdreieck sowie globale Gerechtigkeit und Generationengerechtigkeit; BNE-Verständnis: De Haan, 2008, Nationaler Aktionsplan (Nationale Plattform, 2017). Wichtige (B)NE Aspekte für die Gestaltung des Parcours wurden daraus abgeleitet.

  • Lernvoraussetzungen:

Interesse an Nachhaltigkeit groß, Motivation durch Projektcharakter mit realer Umsetzung

Vorwissen/Vorstellungen zur Nachhaltigkeit, nachhaltigem Lebensstil sowie v. a. nachhaltiger Stadtentwicklung lückenhaft

  • BNE-Kompetenzen/Kompetenzmodell:

De Haan (2008): 12 Kompetenzen

Hier Fokus auf die Teilkompetenzen: Konzeptwissen, Partizipation, Gemeinsam gestalten, Vorausschauend denken

  • BNE-Inhalte:

Nachhaltiger Lebensstil (Vorschlag Auftraggeber), Besuch einer nachhaltigen Stadt der Zukunft (Vorschlag Studierende); Begründung: Lebensweltorientierung, Zukunftsorientierung; Unterthemen: teils durch Auftraggeber vorgegeben, teils selbst entwickelt, geleitet durch die Dimensionen der Nachhaltigkeit, die Zielgruppe des Parcours (8-12-jährige Kinder) und das Thema

  • BNE-Methoden und Medien:

Insgesamt: Projekt mit Kooperationspartnern und Umsetzung in der Realität; Begründung: Anlass aus der Realität; Motivation; Handlungsorientierung; Kooperation; für die Studierenden ist ein Transfer im späteren Berufsleben möglich

Vorgeschlagene Methoden für den Parcours: Klapptafeln, Schiebelemente, Würfel, Fahrrad (Energie)

Medien: Texte, Abbildungen, kleine Tabellen

Begründung: möglichst hohe Interaktivität, aber auch fachliche Fundierung der Informationen; Mehrperspektivität und Zukunftsorientierung (Opa und Enkelin) als Storytelling-Charaktere

  • Assessment/Prüfungsform:

Präsentation und Ausarbeitung der jeweiligen Tafeln (Gruppenarbeit), benotet;

Begründung: Die Wahl ergibt sich aus der Art der Bearbeitung.

Kriterien-Spinnennetz

Autor*innen / Hochschule / Kontakt (E-Mail):

Prof. i. R. Dr. Ingrid Hemmer, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, ingrid.hemmer@ku.de

Ann-Kathrin Bremer, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, ann-kathrin.bremer@ku.de

Allgemeine E-Mail:

Anlagen

Literatur, Website:

Bremer, A.-K. (2019). Konzeption eines Nachhaltigkeitsparcours für die Landesgartenschau 2020 in Ingolstadt – Angehende Lehrkräfte konzipieren einen außerschulischen BNE-Lernort. Zeitschrift KU ZLB, 3, 46-52.

De Haan, G. (2008): Gestaltungskompetenz als Kompetenzkonzept für Bildung für nachhaltige Entwicklung. In: Bormann,I, de Haan, G.(Hrsg.): Kompetenzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Wiesbaden 2008, S.23-44.

Engagement Global (Hrsg.) (2016). Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung. 2. Auflage. Cornelsen.

Nationale Plattform BNE (Hrsg.) (2017). Nationaler Aktionsplan BNE.