Definitionen und Konzeptverständnisse von BNE

Österreich

Das österreichische Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung definiert auf seiner Webseite BNE↗ wie folgt:

„Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) soll angesichts der globalen Ressourcenverknappung und den damit verbundenen Verteilungsproblematiken helfen, ein friedliches, solidarisches Zusammenleben in Freiheit und Wohlstand sowie in einer lebenswerten Umwelt den heutigen und künftigen Generationen zu ermöglichen. Eine kritische Reflexion der eigenen Lebenswirklichkeit, der gesellschaftlichen Zustände, der derzeit vorherrschenden Denkmodelle und Werturteile zielt auf Verantwortung und Mündigkeit der/des Einzelnen ab. Menschen jeden Alters, Geschlechtes und jeder Kultur sollen darin unterstützt werden, alternative Visionen einer nachhaltigen Zukunft zu entwickeln und an der Realisierung dieser Visionen gemeinsam mit anderen phantasievoll zu arbeiten.
BNE schärft nicht nur das Bewusstsein für die Komplexität von Problemen, sondern trägt auch zur Vermittlung von nachhaltiger Entwicklung sowie deren konkreter Umsetzung bei. Ziel ist die Entwicklung der Fähigkeit zur kritischen Reflexion und zu systemischem und zukunftsorientiertem Denken, sowie Handlungsweisen, welche nachhaltige Entwicklung fördern.
Bildung ist Voraussetzung und integraler Bestandteil nachhaltiger Entwicklung.
Bildung für nachhaltige Entwicklung muss als allgemeines Anliegen und regulative Idee an der ganzen Schule gesehen werden. Für das als Standard geforderte gemeinsame Denken der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension sind cross-curriculare Bezüge von großer Bedeutung.“

Link:

https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/schulpraxis/ba/bine.html

Schweiz

Das Schweizer BNE Konsortium ↗ der Conference des Hautes Ecoles Paedagogiques (Cohep) (2012, S. 6) definiert in seinen Empfehlungen für Maßnahmen zur Integration von Bildung für Nachhaltige Entwicklung in die Lehrinnen- und Lehrerbildung BNE wie folgt:

„BNE befasst sich mit der Frage, wie insbesondere Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene dazu befähigt werden können, sich an der Mit- und Ausgestaltung einer Nachhaltigen Entwicklung zu beteiligen. Grundlegende Erkenntnis und wesentliche Forderung ist, Lösungswege nicht sektoriell sondern in einer integrativen Denk- und Handlungsweise zu suchen. BNE bildet einen Rahmen für Unterrichtsbeiträge aus allen Fach- und Querschnittbereichen. Sie fordert Lernprozesse und fördert Kompetenzen, die dazu befähigen eine zukunftsfähige Entwicklung der Gesellschaft mitzugestalten.“

Link:

BNE Konsortium der COHEP. (2012). Maßnahmen zur Integration von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in die Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Empfehlungen zuhanden der Schweizerischen Konferenz der Rektorinnen und Rektoren der Pädagogischen Hochschulen (COHEP). Verfügbar unter https://www.swissuniversities.ch/de/publikationen/publikationen-cohep-bis-2014/empfehlungen/

Deutschland

Im deutschen Nationalen Aktionsplan BNE ↗ wird BNE wie folgt definiert:

„Bildung für nachhaltige Entwicklung steht für eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt: Wie beeinflussen meine Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen oder in anderen Erdteilen? Welche Auswirkungen hat es beispielsweise, wie ich konsumiere, welche Fortbewegungsmittel ich nutze oder welche und wie viel Energie ich verbrauche? Bildung für nachhaltige Entwicklung ermöglicht es jedem und jeder Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.“

Link:

Nationale Plattform BNE (Hrsg)(2017) Nationaler Aktionsplan BNE. S. 7/8.
https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/downloads/files/nationaler_aktionsplan_bildung_fuer_nachhaltige_entwicklung.pdf?__blob=publicationFile&v=1

International

Im September 2019 wurde das UNESCO-Programm „ESD for 2030 – Towards achieving the SDGs” (UNESCO-Programm BNE 2030), kurz „BNE 2030”, der UN vorgelegt und von der UN-Vollversammlung am 19. Dezember 2019 beschlossen. Im November 2020 wurde auch die „Roadmap” dazu von der UNESCO publiziert.
Auf S. 8 der Roadmap ↗ ist folgende Begriffsbestimmung  zu lesen:

„ESD empowers learners with knowledge, skills, values and attitudes to take informed decisions and make responsible actions for environmental integrity, economic viability and a just society empowering people of all genders, for present and future generations, while respecting cultural diversity. ESD is a lifelong learning process and an integral part of quality education that enhances cognitive, social and emotional and behavioural dimensions of learning. It is holistic and transformational and encompasses learning content and outcomes, pedagogy and the learning environment itself. ESD is recognized as a key enabler of all SDGs and achieves its purpose by transforming society.“

Link:

UN General Assembly Resolution 72/222 (2017)

https://unesdoc.unesco.org/ark:/48223/pf0000374802.locale=en